Ein Überblick der Geschichte des Kaliwerkes Neuhof - Ellers
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Schacht Ellers 2, genannt Heckmann-Schacht | Schacht Haidkopf |
1899/1900
Ein Konsortium unter dem Fabrikbesitzer Fedor Siegel, Schönebeck, bohrt bei Giesel (Bohrloch I) und bei Ellers (Borloch II) und trifft auf Kalisalze, die einen Abbau rechtfertigen. Beide Bohrungen liegen im Nord-Süd-Streichen 5,7 km auseinander und schließen ein großes selbstständige Kalilager mit zwei Flözen auf.
1900/1905
Weitere Bohrungen in Ostwestrichtung von Bohrloch II bestätigen das Kalilager, so dass ein 100 Quadrat-kilometer großes Kalilager erschlossen ist. Alle Gutachter prognostizieren ein problemloses Schachtabteufen, da kein Plattendolomit erbohrt worden ist und somit keine starken Wasserzuflüsse zu erwarten sind.
23.04.1905
Der Bergwerksbesitzer Emil Sauer, Berlin, erwirbt als Privatmann die 5.000 Kuxe der Gewerkschaft Rothenberg zu Geyer.
14.06.1905 Gründung der Bohrgesellschaft Neuhof
20.06.1905
Die Gewerkenversammlung der Gewerkschaft Hedwigsburg ernennt E. Sauer zum Vorsitzenden und beschließt, die Gewerkschaft Hedwigsburg in die Gewerkschaft Rothenberg zu überführen. Für 1 Hedwigsburg-Kuxe sollen 3 Rothenberg-Kuxe gewährt werden.
Für 500 Rothenberg-Kuxe sollen die Anteile der Gerechtsame der Bohrgesellschaft Neuhof erworben werden.
Die Deutsche Bank übernimmt 1.000 Rothenberg-Kuxe für 2.315.440 Mark.
13.10.1905
Beginn der Einrichtung des Werksplatzes etwa 1.000 m westlich vom Dorf Ellers.
23.11.1905
Verleihung des Bergwerkseigentums des Bergwerkes „Siegel II“ in der Oberförsterei Neuhof und der Gemeinde Ellers an den Ingenieur und Fabrikbesitzer Fedor Siegel zu Schönebeck.
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Schachtanlage Neuhof um 1905 |
19.12.1905
Genehmigung der Betriebspläne für das Abteufen eines Schachtes mit 5,80 m lichte Weite. Der Schacht erhält den Namen „Wilhelm von Recklinghausen.
08.01.1906
Beginn der Abteufarbeiten des Schachtes „Wilhelm von Recklinghausen.
10.02.1906
Eintragung ins Grundbuch für Bergwerke zu Neuhof auf den Namen „Gewerkschaft des Bergwerks Siegel II“. 99 Kuxe gehören dem Ingenieur Fedor Siegel und 1 Kuxe dem Kaufmann A. Lüdersdorf zu Wilmersdorf.
10.03.1906
Die 99 Anteile des Fedor Siegel werden auf Bergwerkbesitzer Emil Sauer überschrieben.
17.03.1906
Die Gewerkenversammlung (E. Sauer und A. Lüdersdorf) beschließen in einem Statut: Das Bergwerk „Siegel II“ wird in Zukunft unter dem Namen „Gewerkschaft Neuhof, Kaliwerke zu Neuhof-Fulda“ betrieben. Die Gewerkschaft wird durch einen Repräsentanten vertreten. Direktor Hugo Cronjäger wird zum Repräsentanten gewählt.
Januar 1907
Montage einer „Thomsonschen Wasserziehvorrichtung, da starke Zuflüsse auftreten. Dadurch Unterbrechung der Teufarbeiten. Gesamtkosten, einschl. Montage: 143.238,32 Mark.
Mitte Februar 1907
Beginn des Weiterteufens nach erfolgter Sümpfung.
Anfang April 1907
Bei 141,5 m Teufe treten aus einer steileinfallenden Spalte im Buntsandstein Zuflüsse von 8 cbm/min. Wasser aus. Unterbrechung der Teufarbeiten.
Juni 1907
Zementierung der Zwischenräume zwischen Tübbing und Gebirge und der Schachtsohle durch Verpresslöcher bis zu einer Teufe von 165 m.
Oktober 1907
Wiederbeginn des Teufens durch Spitzarbeiten, ab Ende November durch Schießarbeit.
Ende Dezember 1907
168,90 m sind erreicht bei 530 l/min. Zuflüssen.
1908
Von 230 – 270 m Teufe tritt eine senkrecht stehende Spalte auf, die bis zu 4,8 cbm/min. Zuflüsse bringen.
Bei 365 m Teufe ist das Liegende des Buntsandsteins und bei 407 m ein geschlossener Anhydrit mit Letten erreicht, so dass bei 408 m der letzte Keilkranz eingebaut werden kann. Der Schacht steht also bis 408,45 m in einer Tübbingsäule.
13.Januar 1909
1. Konsolidierung aller zur Gewerkschaft Neuhof gehörenden Bergwerke:
Siegel II; III; IV; Ellers I; II; II; IV; V; IV; VII; VIII; Tiefengruben und Dorfborn zu einem Bergwerk mit Namen „Gewerkschaft Neuhof, Kaliwerke zu Neuhof-Fulda.
2. Die Zahl der Kuxe wird von 100 auf 1.000 erhöht. Das Oberbergamt Clausthal erteilt am 27. April 1909 dazu die Genehmigung.
Dezember 1909
Ende der Teufarbeiten. Die Kosten des Schachtes belaufen sich auf 9 Mill. Goldmark.
09. Dezember4 1909
Betriebsplannachtrag zur Auffahrung von Hauptförderstrecken nach Norden und Süden. Die gewonnenen Salze werden übertage in einer Schlagkreuzmühle aufgemahlen.
Anfang Januar 1910
Ein Grubenlüfter mit 4.500cbm/min. soll in Betrieb genommen werden.
11. April 1910
Abtrennung von 14.226,11 qm Grubenfeld des konsolidierten Bergwerks Neuhof und Errichtung der Gewerkschaft und des Bergwerks Ellers auf dieserGerechtsame.
07. Mai 1910
Die Gewerkschaft Neuhof wird Mitglied des Kalisyndikats und erhält eine Quote von 11,46 Tausendstel.
Im Laufe des Jahres 1910 wurden fertig gestellt:
Die 2,5 km lange Werkanschlussbahn zum Bahnhof Neuhof.
Umbau des Abteufgerüstes zu einem Doppelbockgerüst und der Fördermaschine.
Die Rohsalzmühle mit 2 Systemen á 70 t/h Leistung.
Ein 1.500 t-Rohsalzschuppen mit maschineller Beschickung.
Zwei Waggonbeladeeinrichtungen von 75 t/h Leistung
Ein Schachtgebäude und ein Grubenlüfter mit 4.500 cbm/min Leistung.
Auffahrung von Ausrichtungs- Wetter und Abbaustrecken
nach Norden 236 m; nach Süden 253 m und nach Westen 364 m.
Erlangung einer Abwasserkonzession zur Einleitung von Abwässer in die Fulda für die Verarbeitung von 80 t/h Rohsalz.
1910 Gründung der "Gewerkschaft Ellers, Steinsalzwerke zu Ellers bei Rommerz"
Die königlich preußische Bergbehörde forderte entsprechend der Zweischachtverordnung einen zweiten Tagesausgang für das Grubengebäude, im Jahre 1911 wurde dann mit den Vorarbeiten des Schachtes Ellers I begonnen.
Oktober 1910
Eintrag einer Sicherungshypothek von 2.500.00 Mark zu Gunsten der Deutschen Bank ins Grundbuch auf das Bergwerk Neuhof.
1910 wurde ein Gewinn von 203.457,05 Mark erzielt.
15. März 1911
Der Grubenvorstand der Gewerkschaft Rothenberg verkauft 950 Kuxe der Gewerkschaft Ellers an E. Sauer mit der Bedingung, dass sofort mit dem Teufen eines Schachtes begonnen wird. Für die Benutzung der Werksbahn und für Stromlieferungen sind Abgaben zu entrichten: geschätzte Einnahmen für Neuhof etwa 50.000 Mark.
E. Sauer verkauft ein Teil der Kuxe an ein Konsortium mit der Auflage , eine Zubuße von 1.000 Mark/Kuxe zu leisten.
30. Juni 1911
Antrag, bis zur Fertigstellung des zweiten Schachtes 200 Mann untertage beschäftigen zu dürfen.
1911 wurde ein Gewinn von 548.251,05 Mark erzielt.
Das Werk beschäftigt 220 Arbeiter.
Anfang des Jahres betrug die Quote 11,4 Tausendstel, stieg am 01 April auf 12,7 Tausendstel und sank am Ende des Jahres auf 11,89 Tausendstel.
Die Verbindungsstrecke in Richtung Schacht Ellers erreicht 834 m.
Drei Gesenke ins zweite Lager sind geteuft worden.
Die Werksbahn wurde bis zur Markscheide Ellers verlängert.
25. März 1912
Beginn des Abteufens von Schacht Ellers.
02. Mai 1912
Der Grubenvorstand beschließt den Bau einer KCl-Fabrik in Neuhof für 400 t Rohsalz/Tag. Geschätzte Kosten: 1,5 Mill. Mark.
06. Juli 1912
Ausgaben der Gewerkschaft Ellers bis zum 30.06.12: 658.969,71 Mark. Das Guthaben beträgt 194.876,10 Mark, zuzüglich der ausstehenden Zubuße von 144.000,00 Mark.
Wenn der Schacht bis Dezember 1912 300 m Teufe erreichen wird, sind mit Ausgaben von 732.276,30 Mark zu rechnen.
30. Juli 1912
Kostenvoranschlag für das Teufen des Schachtes Ellers für die Zeit vom 01.01.-30.06.1913:
Voraussetzung ist, dass der Schacht bis zum 01.07.13 eine Teufe von 450 m erreicht und davon bis 350 m in Tübbingen und bis 450 m in Mauerung steht und ohne nennenswerte Zuflüsse bleibt.
Dann werden 577.900 Mark erforderlich.
Mit den Ausgaben von Juni – Dezember 1912 ergibt es einen Finanzbedarf von 915.976,10 Mark.
10. Dezember 1912
Vermutlich die 1. Gewerkenversammlung seit 01.12.1905, da dem Repräsentanten für die Zeit vom 01.12.05 – 31.12.11 Entlastung erteilt wird. Gewerken sind E. Sauer mit 990 und R. Wiese mit 10 Kuxen. Beauftragung von E. Sauer folgende Verträge zwischen den Gewerkschaften Neuhof und Ellers abzuschließen:
1. Ellers soll berechtigt sein eine eigene KCl-Fabrik zu bauen oder 300 t/Tag Rohsalz in der Fabrik Neuhof verarbeiten zu können.
2. Beide Schächte sollen untertage durchschlägig werden, um die Zweischacht-Verordnung zu erfüllen.
3. Ellers kann gegen Entschädigung die Werksbahn mitbenutzen oder Neuhof übernimmt den Transport nach Ellers.
4. Neuhof liefert zu einem festen Betrag elektrische Energie für den Betrieb unter und über Tage.
1912 beträgt der Gewinn 520.194,70 Mark.
1912 bis 1921 Abteifen des Schachtes Ellers
1913
Der Schacht Ellers hat Ende März einen Wassereinbruch bei 275 m Teufe. Nach erfolgter Zementierung kann weiter geteuft werden und erreicht bis Ende 1913 294,4 m.
18. April 1913
Verhandlungen zwischen der Allgem. Schachtbau- und Tiefbohr- AG und dem Grubenvorstandsvorsitzenden E. Sauer über die Bewältigung der Schwierigkeiten beim Schachtteufen durch Zuflüsse. Es wird zusätzlich zum Schachtbauvertrag vom 16.11.1911 gefordert.
1. Eine zusätzliche Vergütung von 147.500 Mark zu den vereinbarten Schachtkosten von 720.000 Mark.
2. Verlängerung der vereinbarten Abteufzeit von 18 Monaten um die Zeit, die für das Erreichen von 280 m Teufe benötigt wird.
3. Bei weiteren Zementierungen unter dem jetzt vorgesehenen Betonklotz hinaus werden, je nach Menge der zu hebenden Zuflüsse, 900 – 1.350 Mark pro fertig gestellter Schachtmeter fällig.
4. Die erforderlichen Zement- und Sandmengen sind im einwandfreier Qualität kostenfrei am Schachtplatz anzuliefern.
Juli 1913
Die KCl-Fabrik Neuhof wird in Betrieb genommen.
Anfang September 1913
Beginn des Versandes von Fabrikaten.
Ende 1913
Die Verbindungsstrecke nach Ellers unterfährt den Schacht Ellers bei einer Länge von 1.742 m.
Die Quote betrug am 01.01.1913 9,26 Tausendstel und am 31.12.1913 7,887 Tausendstel.
27. Dezember 1913
Kostenvoranschlag bis zum 30.06.1914: Vorausgesetzt, dass
1. keine weiteren Schwierigkeiten beim Teufen auftreten,
2. bis zur Teufe von 320 m zementiert werden muß,
3. bis auf 400 m mit Tübbingen ausgebaut werden muß,
4. täglich 1,5 m mit Ausbau geteuft wird,
werden 708.327 Mark benötigt.
Da nur noch 157.282,72 Mark veerfügbar sind, müssen 551.044,28 Mark beschafft werden.
Frühjahr 1914
Ein weiterer Wassereinbruch erfolgt bei 335 m.
01. August 1914
Ausbruch des Weltkrieges.
Dadurch Einstellung des Versandes durch fehlende Waggons, zahlreiche Waggons sind unterwegs auf Veranlassung der Eisenbahndirektionen entladen worden.
Zusammenbruch des Exportes, weil die Schiffskapazität nicht zur Verfügung steht.
Dadurch kann des Kalisyndikat keine Zahlungen an die Werke leisten.
Appell an alle Werke keine Vorteile in dieser schicksalshaften Zeit zu beanspruchen.
18. September 1914
Bestrebungen der Kaliindustrie, den § 13 des Reichskaligesetzes, die Lohnbindungen betreffend, aufzuheben.
Die Arbeitnehmerverbände wehren sich dagegen mit der Begründung, dass die Kalilöhne schon jetzt unter dem Niveau anderer Bergbauzweige liegen.
Von Anfang. August bis Mitte September ruht der Betrieb in Neuhof und Ellers wegen fehlenden Arbeitskräften und Transport-möglichkeiten.
Mit den nicht zum Heeresdienst eingezogenen Arbeitskräften von Neuhof und Ellers kann der Betrieb dann in Neuhof wieder aufgenommen werden.
Die Quote betrug am 01.01.1914 7,85 Tausendstel und am 31.12.19146,98 Tausendstel.
1914 beträgt der Gewinn 392.799,65 Mark.
05. März 1915
Seit dem 15.01.1913 betragen die Zubußen für Ellers 2.569.412,50 Mark
04. Juni 1915
Den Grubenvorstandsmitgliedern der Gewerkschaft Ellers wird mitgeteilt, dass der Schacht mit einem Betonpfropfen seit dem Kriegsausbruch gesichert ist und somit die Teufarbeiten eingestellt sind. Unter der Voraussetzung, dass die Teufarbeiten bis Ende 1915 nicht wieder aufgenommen sind, sind 363.567,30 Mark durch eine Zubuße aufzubringen.
Mit Hilfe von Kriegsgefangenen kann der Betrieb in Neuhof in einer Schicht aufrechterhalten werden.
1915 macht das Werk Neuhof einen Verlust von 61.675,68 Mark.
Die Quote beträgt am 01.01.1915 6,9853 Tausendstel und am 31.12.1915 6,393 Tausendstel.
1916
Durch Beschaffungsschwierigkeiten von Betriebsmaterial und besonders von Kohlen läuft der Betreib nur einschichtig. Auch die Versorgung der Belegschaft und der Kriegsgefangenen mit Lebensmittel ist schwierig.
Die Hochkonjunktur konnte aus diesen Gründen nicht voll genutzt werden. Im Frühjahr und Herbst mussten Überschichten gefahren werden. 79 Arbeiter sind unter Tage beschäftigt.
14. Oktober 1916
Finanzlage der Gewerkschaft Ellers:
Verpflichtungen: 174.223, Mark; Guthaben: 40.624,27 Mark; somit sind 133.598,73 Mark ungedeckt.
Das Weiterteufen bis 560 m würde einschließlich des Ausbaus 532.000 Mark erfordern.
Für eingegangene Lieferungsverträge und –verpflichtungen werden 527.445,99 Mark benötigt. Das heißt, die Fertigstellung des Schcht erfordert noch 1.193.044,72 Mark.
Die Quote beträgt am 01.12.1916 6,1366 Tausendstel.
1917
Trotz reichlicher Aufträge bestehen geringe Liefermöglichkeiten durch Arbeitskräfte- und Rohstoffmangel.
04. Juni 1917
Bis zum 01.06.1917 wurden für Ellers 91.922,05 Mark ausgegeben, so dass noch 142.356,05 Mark zur Verfügung stehen.
Die Fertigstellung des Schachtes würde 2.217.618 Mark kosten.
Am 01.12.1917 betrug die Quote 5,713 Tausendstel.
16.März 1918
In der Gewerkenversammlung der Gewerkschaft Ellers wird E. Sauer als Vorsitzender abgewählt. Neuer Vorsitzender ist Bankier van Meeteren, Sauer ist stellvertretender Vorsitzender.
24.August 1918
Da die Gewerkschaft Rothenberg die Wahl von zwei Ellers-Gewerken in den Neuhofer Vorstand nicht verwirklicht haben, werden E. Sauer und die zwei Neuhof-Vertreter aufgefordert, ihre Ämter im Ellers-Vorstand nieder zu legen. Anderenfalls würden sie abgewählt.
16. September 1918
Finanzielle Verpflichtungen , falls die Teufarbeiten in Ellers noch nicht aufgenommen sind:
1918: 145.780 Mark; 1919: 224.090 Mark; Bankschulden: 57.337,62 Mark.
Bei einem Bankguthaben von 622,90 Mark und einem Zubußenrückstand von 1.150 Mark errechnet sich eine Gesamtschuld von 427.734.22 Mark.
15. Oktober 1918
Voraussichtliche Kosten, um den Schacht Ellers fertig zu teufen, einschl. der Vorrichtungskosten für ein Jahr:
956.800 Mark; dazu kommen Lieferungsverpflichtungen und zu bestellende Anlagen in Höhe von:
1.103.000 Mark.
Die 3 Herren aus dem Rothenbergvorstand mit E. Sauer sind aus dem Grubenvorstand von Ellers abgewählt und Gen.-Direktor Rathke der Gewerkschaft Alexandershall hinzugewählt.
Januar – Oktober 1918
Der Betrieb lief über und unter Tage einschichtig.
November 1918
Durch die Unruhen mussten Feierschichten eingelegt werden, da die Kohlelieferungen ausblieben.
Die heimkehrenden Kriegsteilnehmer müssen eingestellt werden, obwohl die Gefangenen nicht so schnell abgeschoben werden können.
31. Dezember 1918
Die Quote betrug 5,6476 Tausendstel.
März 1919
Bis zum 19. Mai ruht der gesamte Betrieb wegen versagter Kohlenlieferungen. Bis zum Jahresende müssen aus gleichem Grund wochenlang Feierschichten eingelegt werden.
31. Mai 1919
Bis zum Ende 1919 werden 290.000 Mark Kosten anfallen, bei einem Bestand von 6.163,65 Mark. Außerdem stehen noch Zubußen von 260.100 Mark aus.
28. Juni 1919
Der Teufvertrag mit der Tiefbohr- und Schachtbau AG wird aufgelöst und beschlossen, das Weiterteufen in eigener Regie durchzuführen.
Eine Zubuße von 1.000 Mark/Kuxe wird beschlossen.
Dezember 1919
Mit der Entfernung des Betonpfropfens wird das Weiterteufen aufgenommen.
19. Dezember 1919
Der Minister für Handel und Gewerbe genehmigt den Verkauf der Gewerkschaft Neuhof an die Gewerkschaft Hedwigsburg, die dann in die Kali-Industrie-AG aufgeht.
20. Dezember 1919
Beschluß, die Gewerkschaft Neuhof aufzulösen. Der Liquiditator wird beauftragt, das Bergwerks- und Grundeigentum auf die Gewerkschaft Hedwigsburg aufzulassen.
31. Dezember 1919
Die Quote beträgt 5,5636 Tausendstel.
12. März 1920
Schacht Ellers erreicht eine Teufe von 392,50 m = 20 m Teuffortschritt. Die Zuflüsse gehen von 500 l/min auf 5-8 l/min. zurück.
24. Juli 1920
Der Schacht Ellers erreicht eine Teufe von 441,50 m. .Das Gebirge ist trocken. Bei 408 m und 411 m sind Keilkränze gesetzt, die die anstehenden Wässer im Buntsandstein sicher abschotten. Trotzdem ist die Schachtmauerung von 411m – 419 m soweit zurückgesetzt worden, damit notfalls eine Tübbingsäule davor gesetzt werden kann..
Übertage ist das Verladegleis verlegt und die Mahl- und Speicheranlage an den hölzernen Schachtturm in Angriff genommen. Maßnahmen, um beim Durchschlag zur Verbindungsstrecke sofort die Vorläufige Quote zu erhalten.
29. Oktober 1920
Durchschlag des Schachte Ellers zur Verbindungsstrecke vom Schacht Neuhof.
14. Dezember 1920
Der Grubenvorstand von Ellers wird beauftragt, mit allen gesetzlichen Mittel die Erfüllung der Verträge zwischen Ellers und Neuhof, für die E. Sauer persönlich haftet, durchzusetzen.
E. Sauer wird vorgeworfen, den Schachtbau Ellers fünf Jahre lang vorsätzlich oder fahrlässig verzögert zu haben.
Eine Zubuße von 3.000 Mark/Kuxe wird erhoben.
März 1921
Die Schachtarbeiten im Schacht Ellers werden beendet.
22. April 1921
Die Gewerkschaft Ellers tritt dem Deutschen Kalisyndikat bei. Vertreter ist Wilhelm Forthmann.
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Sprenglöcher werden mit der Lisbethschen Handbohrmaschine gebohrt |
15. Mai 1921
Das erste geförderte Salz der Gewerkschaft Ellers kommt zum Versand.
24. Oktober 1921
In der Stillegungsnovelle wird festgelegt:
Um aus wirtschaftlichen Gründen die Zahl der fördernden Schächte zu verringern, wird die Beteiligungsziffer den Werken belassen, die bis zum 31.12.1953 freiwillig stillgelegt werden.
11 November 1921
In den Grubenvorstand von Ellers werden durchweg Vertreter der Burbach AG gewählt.
20. März 1922
Eine Zubuße von 5 Mill. Mark wird aufgelegt.
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1922 Ansicht Werksanlage Neuhof |
16. Juni 1922
Mit Eintragung ins Handelsregister Wolfenbüttel wird Hermann Warnstedt und Albert Vetterlein Prokura für das Werk Neuhof der Gewerkschaft Hedwigsburg erteilt.
22. Juni 1922
Die Kuxenmehrheit der Gewerkschaft Ellers geht an die Bergbau Wittekind AG, deren Aktienmehrheit Krügershall besitzt. Damit kommt die Gewerkschaft Ellers in den Besitz der Burbach AG.
19. September 1923
Neuhof muß durch Wegfall der Quote von Hedwigsburg eine eine Verminderung der Förderung auf 250 t/Tag hinnehmen, die in einer Schicht gefördert werden können. Somit stehen Entlassung von 440 Belegschaftsmitgliedern an. Durch Betriebskonzentration soll eine Leistung von 3,8 t/Mann und Schicht erreicht werden.
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Kalziniergebäude; Gastwirtschaft Glückauf von Ferdinand Schmit |
26. Oktober 1923
Die Gewerkschaft Ellers wird von 1.000 auf 5.000 Kuxe gestückelt und eine Zubuße von 40 Goldmark/Kuxe erhoben.
21. Dezember 1923
Durch Aushang Wird der Belegschaft mitgeteilt, dass ab sofort die Vorkriegsarbeitszeit in Kraft tritt. Daraufhin tritt die gesamte Belegschaft am 22. Dezember in den Streik. Das führt zur Aussperrung der Belegschaft vom
22. 12.23 – 13.01 24. Trotz Zusicherung des Betriebsratsvorsitzenden weigert sich die Belegschaft, die Notstandsarbeiten durchzuführen, die nun - trotz bedrohlicher Haltung der Belegschaft - von den Werksbeamten durchgeführt wird und somit dem Werk großer Schaden, wegen großer Kälte, erspart bleibt. Unruhen beim Einsatz von Streikbrechern führt zum Einsatz von Truppen.
10. Januar 1924
Korte und Albrecht scheiden aus dem Grubenvorstand Ellers aus und August Rosterg wird aufgenommen.
04. Juni 1924
In Anbetracht der außerordentlich ungünstigen wirtschaftlichen Lage sind, nach Durchführung der Entlassungen, nur die dringendsten Notstandsarbeiten in der Hauptsache von den Werksbeamten durchzuführen. Arbeiter dürfen nur für Schachtabdichtungs- und Sümpfarbeiten herangezogen werden.
14. Juni 1924
Der Betrieb wird bis auf weiteres eingestellt und am 01. Oktober 1924 wieder aufgenommen.
Juni 1924
Die Betriebskosten belaufen sich für Neuhof in diesem Monat auf 56.190,75 Mark.
18, September 1924
Der Dollarkurs betrug am 30.08. 11.027.000 Mark und am 01.09. 9.700.000 Mark.
In einer Konferenz wird den leitenden Angestellten der Sauer-Werke, darunter E. Sauer, R. Mühlenbein und Vetterlein mitgeteilt, dass die Oberverwaltung der Werke auf die Hauptverwaltung der Deutsche Kali-
Industrie AG übergeht und neue strengere Maßnahmen ergriffen werden. Neuhof hat die Förderung auf
1.200 tato, später auf 1.500 tato zu steigern wobei eine Leistung von 5 – 5,5 t/M+Sch. zu erreichen ist.
26. Januar 1926
Vertragsangebot der Kali-Industrie-AG an die Gewerkschaft Ellers über den Abschluß eines Interessengemeinschaftsvertrages.
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Schachtanlage Ellers 1926 |
23. Mai 1926
Beschluß der Gewerkenversammlung, die Gewerkschaft Ellers zu liquidieren. Insgesamt wurden von
Dezember 1911 – Dezember 1924 4.359.527,39 Goldmark Zubuße gezahlt, ohne eine Ausbeute erzielt zu haben.
26. Mai 1926
Die Kaliprüfungsstelle stellt fest, dass das Werk Neuhof –ähnlich, wie die Werra-Werke- besonders wirtschaftlich arbeitet. Es ist eine groß auszubauende Betriebsgemeinschaft von Neuhof und Ellers vorgesehen, wobei auch die in Ellers gehobene Förderung im Schacht Neuhof zu Tage gehen soll. Die KCl-Fabrik ist mit ausreichender Kapazität 1923 neu gebaut worden, eine Sulfatproduktion soll im Sommer beginnen.
26. Juni 1926
Der gesamte Betrieb in Neuhof und Ellers wird stillgeleg, entsprechend der Stillegungsnovelle von 1921
20. September 1926
Die Gewerkenversammlungen beschließen die endgültige Liquidation der Gewerkschaften und den Verkauf des Gesamtvermögens gegen Kali-Industrie-Aktien. Die Förderquoten gehen an die Werra-Werke des konzerns.
08. Februar 1927
Zum Grubenvorstand der Gewerkschaft Ellers wird bestellt: Gen-Dir. A. Rosterg als Vorsitzender, Bergw.-Dir. R,. Effertz, Bergw.-Dir. K Beil und OLG-rat Lindemann.
08. Februar 1927
Liquidation der Gewerkschaft Ellers und Neuhof.
1926 – 1935
Da die Anlage als Reservewerk deklariert wurden, hält eine kleine Schachthauertruppe die Schächte in Ordnung.
1935
Die Deutsche Wehrmacht übernimmt beide Schachtanlagen und richtet unter Tage ein Heersmunitionslager, als Nebenanlage des Heeresmunitionslagers Herfa ein.
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Übergabe des Werkes Neuhof - Ellers an die Heeresmunitionsanstalt | ||
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Die Wachmannschaft der Muna 1941 |
Ostern 1945
Amerikanische Truppen besetzen das Werk Neuhof-Ellers.
Mit Bergleuten wird die gelagerte Munition gefördert und auf der Halde verbrannt.
Die „Staatliche Erfassungs-Gesellschaft“ lagert das in der Grube befindliche Material einer Divisions-Apotheke aus.
24. Januar 1951
Betriebsführer Hütter führt eine Bewertung der Schachtanlagen Neuhof-Ellers durch. Er ermittelt einen aktuellen Wert der Schächte in Höhe von etwa 10 ,5 Mill. DM. Und für die Grubenfelder einen aktuellen Wert von etwa 5,3 Mill.
1953
Beginn der Wiederinbetriebnahme
Der Schacht Neuhof wird bis auf 601 m für eine Skipförderung weitergeteuft und die notwendigen Schachtausbauten vorgenommen.. Das Doppelbock-Schachtgerüst wird abgerissen und ein modernes Fördergerüst errichtet. Eine neue vollautomatische Fördermaschine wird installiert. Die alten Fabrikgebäude werden abgerissen und eine neue Verarbeitungsanlage mit einer Flotation aufgebaut.
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29. September 1954
Beginn der Förderung und Verarbeitung nach dem neuen Flotationsverfahren.
Juni 1968 – Mai 1969
Umbau des Schachtes Ellers für eine bessere Wetterführung und zum reibungslosen Transport der Großgeräte.
10.03.1968 Verleihung des Bergwerksfeldes Gablersberg
1969 Erweiterung der Produktpallete um Magnesia Kali fein
Januar 1969 Übernahme der Wintershall durch die BASF
1. Juli 1970 Zusammenschluß der Wintershall AG und der Salzdetfurth AG in die Kali und Salz GmbH
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Panzerförderer im Abbau |
04. Dezember 1970 Beendigung der Schrapperförderung und Einsatz von Schaufelladern.
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Kreiselwipper Füllort Neuhof |
27. August 1971 Umwandlung der Kali und Salz GmbH in die Kali und Salz AG
28. Januar 1972 Einstellung der Lokförderung. Ab jetzt läuft die Gewinnung Vollmechanisch und die Förderung über Bandanlagen.
Oktober 1973 Einrichtung einer elektro-statischen Aufbereitung. Dadurch Erweiterung der Produktenpalette.
1974 Inbetriebnahme der weltweit ersten ESTA - Anlage zur abwasserfreien Gewinnung von Kieserit. Erweiterung der Produktpallete um Kieserit fein (ESTA Kieserit)
1977 Baubeginn des Werkseigenen Kraftwerkes
1979 Inbetriebnahme der Eigenstromerzeugung durch das Kraftwerk
1990 Inbetriebnahme der Rollgranulieranlage zur Herstellung von granuliertem Kieserit, erweiterung der Produktpallete um Kieserit G
1991 Erweiterung der Produktpallete um Kieserit M (gemahlener Kieserit)
14. Dezember 1993 Fusion der Kali und Salz AG mit der Mitteldeutschen Kali AG, Übernahme aller Kali- und Steinsalzwerke in die Kali und Salz AG
1994 Verlegung der Leitstelle von unter Tage nach über Tage, es wurde eine Sprengstoffleitung in den Schacht Ellers eingebaut
2. März 1995 Förderung der 100millionsten Tonne Rohsalz aus dem Schacht Neuhof (Schacht Wilhelm von Recklinghausen) seit Wiederinbetriebnahme im Jahre 1954
1995 eine Anlage zur Qualitätsverbesserung von Korn-Kali wurde in Betrieb genommen
1996 Inbetriebnahme der Fernwärmeversorgung Ellers (Gebäude- und Schachtwetterheizung) unter Brennwertnutzung aus dem Kraftwerk NE, eine neue Kundenkaue wurde in Ellers errichtet, Bergamtliche Bewilligung wurde für das Grubenfeld "Kerzell" erteilt
1997 Bergamtliche genehmigung für das Grubenfeld "Flieden", Inbetriebnahme vom Feldesbunker unter Tage
2001 das Förderende im Nordfeld; verstärkter Aufschluss im Südfeld
2002 Oktober Aufnahme der Förderung aus dem Flöz Thüringen
2003 Einweihung der Kaue (Sozialgebäude) auf der Schachtanlage Neuhof 1.April 2003 Erteilung der Bewilligung für das Grubenfeld "Jossa"
2006 Das Kaliwerk Neuhof - Ellers besteht 100 Jahre
2011 Claudia Haney ist die erste Frau, welche in Deutschland einen Grubenbetrieb leitet.
2012 Von ursprünglich 1 118 BGRCI Mitgleidsunternehmen haben die Azubis aus dem Werk Neuhof - Ellers den ersten Platz errungen. Der Wettbewerb
umfasste zahlreiche Aspekte des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, die vom Start bis zum Finale, in Rothenburg an der Fulda, im Zentrum des Sicherheitsmarathons standen.
2018 Inbetriebnahme der ersten optischen Sortieranlage für Kalisalze
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Die beiden Schachtanlagen, Neuhof und im Wald der Schacht Ellers, rechts ein Teil der Ortschaft Rommerz im Hintergrund Ellers und Dorfborn |
rem 12018