Hessische Naturwaldreservate im Portrait
Herausgegeben von HESSEN FORST

Einführung

Das hessische Naturwaldreservate-Programm wird vom Landesbetrieb HESSEN
FORST und der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) in Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) und in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Senckenberg sowie zahlreichen weiteren Wissenschaftlern umgesetzt. Die vielfältigen botanischen, zoologischen, pilzkundlichen und waldstrukturellen Untersuchungen in den Naturwaldreservaten sind ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der biologischen Vielfalt unserer Wälder und der in ihnen ablaufenden natürlichen Prozesse. Von Natur aus würden Buchenwälder in Hessen mehr als 90 % der Landesfläche einnehmen. Bedingt durch vielfältige Nutzungseinflüsse hat sich im Verlaufe vieler Jahrhunderte die Waldfläche und auch die Baumartenzusammensetzung unserer Wälder stark verändert. Dennoch zeichnet sich Hessen mit einem Anteil von fast einem Drittel der Waldfläche heute durch den höchsten Buchen-Anteil aller deutschen Bundesländer aus. Dies war Anlass, auch den Schwerpunkt des hessischen NaturwaldreservateProgrammes auf die Buchenwald-Gesellschaften zu legen.

Schoenbuche

Ein Waldgebiet, das die Buche bereits in seinem Namen enthält, ist das Naturwaldreservat „Schönbuche“ im Gieseler Forst westlich von Fulda. Es liegt inmitten der ebenfalls nach der Rotbuche benannten historischen Waldlandschaft „Buchonia“, die sich nach urkundlichen Belegen aus dem 8. bis 10. Jahrhundert n. Chr. im östlichen Hessen zwischen Vogelsberg, Rhön und Kaufunger Wald erstreckte. Für die in Umfang und Intensität einzigartigen zoologischen Begleituntersuchungen im Rahmen des hessischen Naturwaldreservate-Programmes hat das Gebiet der „Schönbuche“ eine besondere Bedeutung. Hier wurden von 1990 bis 1992 zeitgleich mit denen im Naturwaldreservat „Niddahänge östlich Rudingshain“, das etwa 23 Kilometer westlich der „Schönbuche“ im Hohen Vogelsberg liegt – die ersten faunistischen Untersuchungen des Forschungsinstitutes Senckenberg durchgeführt und die speziell für die Naturwaldreservate-Forschung entwickelten Methoden erprobt. Heute, rund 20 Jahre später, liegen für das Naturwaldreservat „Schönbuche“ vielfältige Forschungsergebnisse aus den Bereichen Waldstruktur, Vegetation, Flora und Fauna vor, die Eingang in die grundlagen- und anwendungsbezogene Fachliteratur gefunden haben. Mit der vorliegenden Broschüre sollen sie erstmals einem breiteren Leserkreis vorgestellt werden.

   
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