Pfarrer Johannes Roßmann

Am 1. März 1934 übernahm Pfarrer Johannes Roßman die Pfarrei "Mariä Himmelfahrt" in Rommerz. Pfarrer Roßmann wurde am 9. Dezember in Altenmittlau im Freigericht / Spessart geboren. Seine Pristerweihe bekam Pfarrer Roßmann von dem Fuldaer Bischof Dr. Joseph Damian Schmitt. Seine erste Stelle als Kooperator führte íhn nach Eckweißbach in der Rhön und  anschließend als Kaplan nach Flieden.  Im Jahre 1918 kam er als Kaplan nach Poppenhausen und 1923 als Kuratus nach Momberg im Kreis Marburg/Biedenkopf.

Pfarrer Roßmann vollendete den Kirchenbau der neuen Kirche. Am 11. November 1934 benediktierte (segnete) Generalvikar Robert Günther die Kirche, die Altarreliquien wurden von der alten Kirche, die gegenüber der Schule stand, übernommen. Im Jahr 1935 wurde von Pfarrer Roßmann ein Volksmission in der neuen Kirche gehalten. Das Schwesternhaus musste im Jahre 1936 für den Reichsarbeiterdienst (RAD) geräumt werden und 1942 wurde die im Jahre 1923 von den Rommerzern Bürgern angeschaffte St. Josefs-Glocke zu Kriegszwecken abgeliefert werden. In den Kriegsjahren 1943/44 half der Pallottinerpater Oskar Hübl in Rommerz als Kaplan aus.

Am 31. März 1945 endete der für die Welt schreckliche Krieg und die Nazizeit für Deutschland, Rommerz wurde kampflos von den amerikanischen Truppen besetzt. Unser Pfarrer Roßmann hatte die Gemeinde dem Schutz Gottes und der Fürsprache des hl. Josef empfohlen und mit einer Gruppe von Rommerzern tagsüber am Josefsaltar gebetet. Im Juni 1946 kamen 146 Heimatvertriebene in Rommerz an, sie kamen überwiegend aus Falkenau im Egerland. Auch im Pfarrhaus am Fuchsberg fanden bei Pfarrer Roßmann Heimatvertriebene (Freifrau von Falkenau) ein Zuflucht.

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Pfarrer Roßmann, Sabine Schleicher u. Hund
Altes Pfarrhaus am Fuchsberg


Am 1. Februar 1948 fand ein Kolpingtag in Rommerz statt, hier wurde auch eine Kolpinggruppe gegründet die sich aber im Jahre 1952 wieder aufgelöst hat. In 1949 wurde durch den Domkapitular Hunstiger und Pfarrer Roßmann zwei neue Glocken für die Kirche geweiht. Auch wurde im Juni 1952 durch Studenten des Fuldaer Pristerseminars ein Theologietag in Rommerz abgehalten. Die Vinzentinnerinnen konnten in 1953 wieder in das Schwesternhaus zurück.
 In 1955 ging ein lang gehegter Wunsch des Pfarrers und der Romerzer in Erfüllung, durch die Firma Walcker in Ludwigsburg wurde ein Orgel mit 28 Registern in die Mariä Himmelfahrt Kirche zu Rommerz eingebaut.

In 1959 feierte Pfarrer Roßmann in Rommerz sein silbernes Ortsjubiläum und in 1962 sein goldenes Pristerjubiläum. Dieses wurde von der Kirchengemeinde groß gefeiert und die Kirche mit Kirchenvorplatz geschmückt, alle Häuser in Rommerz hatten ihre Fahnen am Haus angebracht.

 

Goldenes Priesterjubiläum 4 Goldenes Priesterjubiläum 5
Pfarrer Roßmann vor der Hl. Messe Pfarrer Roßmann beim Auszug aus der Kirche


Sabine Schleicher Haushälterin
Im Hintergrund seine Haushälterin Sabine Schleicher

In 1960 wurde von Redemptoristen-Patres (auch Liguorioaner genannt) eine Volksmission in Rommerz gehalten. Am 13. August 1962 verstarb im Alter von 49 Jahren Pater Albert Bleul vom Fuldaer Marianum, der in den letzten Jahren häufig in Rommerz ausgeholfen hatte. In der Folgezeit wurde der Sonntagsgottesdienst meist von dem in Bachrain wohnenden Pfarrer Leonhard Meurer(Bistum Trier) gehalten, da Pfarrer Roßmann wegen seines hohen Alters dazu nicht in der Lage war. Bei Beerdigungen mussten die Kapläne von Flieden und Neuhof aushelfen. Ende 1962 wurde noch eine vollautomatische Kirchenheízung eingebaut. Am 13. Mai 1963 verzichtete Pfarrer Roßmann auf die Pfarrei, blieb aber im Pfarrhaus wohnen. Nach dem Tod seiner Haushälterin, Sabine Schleicher, im Jahre 1967 ging er in das Schwesternhaus Schöllkrippen, der Heimat seiner Eltern, wo er am 10. Mai 1972 starb. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof in Rommerz.

 

   
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