Die Hutzelfeuer in Rommerz

Nach altem Brauch werden in Rommerz zum baldigen Ende des Winters am Sonntag nach Fastnacht, das ist auch immer der erste Sonntag in der Fastenzeit, die Hutzelfeuer angezündet. Dies geschieht bei anbrechender Dunkelheit wenn sich Jung und Alt um die großen Holzhaufen außerhalb von Rommerz versammeln. Die Kinder nehmen Lampions, Fackeln, früher wurden Strohfackeln, Sägemehldosen, oder Lampions mit auf den Weg zum Feuer genommen. Ringsum Rommerz sieht man an den Hängen des Landrückens die Feuer der anderen Dörfer (Schweben, Flieden, Neuhof, Rückers, Veitsteinbach, Eichenried) in der Dunkelheit brennen.

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 Der Rommerzer Hutzelhaufe am Leer  Stroh, damit es gut brennt
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 Gleich geht es los...  Die Musiker spielen, und ab geht´s.....

 

Früher haben sich die Hutzeljungen schon weit vor Weihnachten getroffen und sich wochenlang geplagt, um für den Hutzelsonntag einen stattlichen Haufen aus Holz und Reisig aufzuschichten. Es wurde nach Weihnachten die alten Christbäume eingesammelt, mit Axt und Sägen wurde im Wald abgestorbenes Gehölz geschlagen, was oft durch tiefen Schnee herbeigeschafft wurde. Für das Gerüst wurden vom Förster, meist oberhalb vom neuen Wasserbassin, Bäume angezeichnet die anschließend von den Hutzeljungen geschlagen und oft durch tiefen Schnee mit Schlitten oder auf Schultern zum Hutzelplatz transportiert wurden. In der Nacht von Hutzelsamstag auf Hutzelsonntag wird der Hutzelhaufen von den Jungen am Lagerfeuer bewacht.

Heute wird der (es gibt nur noch einen) Hutzelhaufen von Vereinen oder jungen Erwachsenen mit Hilfe von Landwirtschaftlichen Maschinen meist an wenigen Wochenenden aufgebaut.

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 Das ist spannent...  Jetzt kommt Feuer dazu, damit dem Winter der Garaus gemacht wird....
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 Das Hutzelfeuer .............. es leuchtet bis nach Wiesbaden.....  

 

Bis in die Anfänge der 70er Jahre gab es in Rommerz drei Hutzelfeuer, eins im Kreuzdorf, eins für den Fuchsberg und eins im Hinter Dorf. Das Feuer im Kreuzdorf brannte am Magdloser Weg, das vom Fuchsberg in der Nähe der Truttis Dännere und das vom Hinter Dorf in der Nähe vom heutigen Grillplatz. Nach dem die Feuer angezündet waren wurden Lieder aus der Mundorgel gesungen, die im Hinter Dorf von Pfarrer Sturm auf seiner Gitarre begleitet wurden.

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 Es lodert und rundum sind die Feuer in den Dörfern zusehen....  Die Musiker holen Luft.....
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Heute wird am Hutzelhaufen ein Grill mit Bratwüsten und Steak, eine Getränkestadion mit Glühwein, Wasser, O-Saft, Bier und Sinalco aufgebaut und die Dorfbewohner versammeln sich um das Feuer und lassen den Hutzelsonntag gemütlich ausklingen. Früher wurde nach dem Abbrennen des Hutzelfeuers von den Hutzeljungen in den Häusern von Rommerz kleine Geldbeträge, Kräppel, Wurst und Eier als Lohn eingesammelt und unter den Jungen aufgeteilt. Auch gab es Hutzel nämlich getrocknete Zwetschen, Birnen und Apfelscheiben für die Jungen und die Familienmitglieder im Haus. Die Hutzeln sind hierfür bereits im Herbst im Backhaus getrocknet worden und wurden unter anderem für Hutzelsonntag aufgehoben.

Verse die von den Hutzeljonge an den Haustüren aufgesagt werden:

On gabt ihr ons kei Kräppel,
mache mir vill Gedäppel!
 
Von der Stuwe bis in Ern,
die klenne Mäje hoan ich gern,
de grosse noch vill lewer!
 
Owe im Schonstei,
da hänge die große Säubei,
da gabt ihr ons die lange,
die koerze loster hange!
 
Owe in de Föscht,
doa hänge die lange Wörscht,
da gabt ihr ons die lange,
die koerze loster hange!
 
Schössel hie, Schössel här,
Hutzel mosse gegesse wär!
 
Hutzel, Hutzelsilei,
mach`mer Feuer in Ofe,
stoß mer net, die Kachel zoo,
sonst raucht mer`s in die Stuwe.
 
Owe in de Dies,
doo stett en Kurb voll Eier.
Da gabt ihr ons die fresche,
die annern lost er wösche!

 rem 12013

   
© Heimat und Geschichtsfreunde Rommerz