Vortrag über die Heeresmunitionsanstalt (Muna) im Kaliwerk Neuhof – Ellers

als Folge des 1. Weltkriegs von Dipl. Ing. Horst Bannert

Am Mittwoch den 25. Februar fand im Gemeinschaftshaus in Rommerz der Vortrag über die Heeresmunitionsanstalt, kurz Muna genannt, im Kaliwerk Neuhof – Ellers statt. Bevor der Vortrag um 19.00 Uhr begann, beantwortete Horst Bannert, unser Vorsitzender Stefan Neidert und einige Zuhörer dem Hessischen Rundfunk einige Fragen zur Munitionsanstalt. Gesendet wurden die Aufnahmen am nächsten Tag um 16.30 Uhr in HR 4 vom Regionalstudio Fulda.

Horst Bannert begann mit seinem Vortrag, vor über 40 gespannten Zuhörern, mit den Ereignissen 1870/71 und ging über den 1. Weltkrieg, die Weimarer Republik, den 2. Weltkrieg bis zur Wiedereröffnung des Werkes Neuhof – Ellers im Jahre 1954.

Ab Mitte des Jahres 1926 wurde Neuhof – Ellers durch die damalige Wintershall AG nur noch als Reservebergwerk betriebsfähig gehalten, dies hatte mit den Förderquoten des Deutschen Kalisyndikats zu tun. Im Jahre 1935 konnte die Wintershall die Schächte Ellers und Neuhof und in 1937 die Werksanlagen und den Grubenbau an den Reichsfiskus Heer abgeben. Hiermit entledigte man sich auch erheblicher Kosten, die nun von der Heeres Munitionsanstalt getragen wurden. Auf einer Fläche von 40 000 Quadratmetern wurde unter Tage Munition, Stoffe, Sprengstoff und vieles was die Wehrmacht brauchte gelagert. Das Oberkommando des deutschen Herres hatte durch Verfügung des Rüstungsstabes den Schacht Ellers in 1944 an die Adlerwerke, welche in Frankfurt angesiedelt waren abzugeben, die Adlerwerke stellten zu damaliger Zeit unter anderem Panzergetriebe her.

Zum Ausbau der Grubenbauten als Rüstungsbetrieb (Adlerwerke) wurden Italienische und Halbjüdische Zwangsarbeiter zum Arbeiten gezwungen, die Italienische Zwangsarbeiter wurden zum Teil in der Gaststätte Imhof in Rommerz untergebracht. Durch das nahe Ende des Krieges und das anrücken der Amerikaner wurde der Grubenausbau zum Rüstungsbetrieb eingestellt. Der Ausbau der Grube Neuhof – Ellers stand unter dem Decknamen „Schakal“ und der Leitung der Organisation Todt.

Die Firma STEG (Staatliche Erfassungsgesellschaft für öffentliches Gut m. b. H) räumte ab 1946 die Munitionsbestände der MUNA, hierbei verunglückte am 10. Juli 1949 der in Rommerz in der Josefstraße 22 wohnende Friedrich Adolar Deutrich schwer. Er verstarb an den schweren Verbrennungen am 22. Juli 1949 im Fliedener Krankenhaus. Nachdem die Kriegsschäden beseitigt waren und durch den Verlust einiger Kaliwerke die ja jetzt auf DDR Gebiet lagen, beschloss die Wintershall AG die Widerinbetriebnahme des Bergwerkes Neuhof - Ellers und begann 1953 mit dem Neuaufbau der Fabrik. Im Oktober 1954 nahm das Bergwerk Neuhof – Ellers seinen Betrieb wieder auf.

rem 42015

   
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