Traditionsessen in Pöresch

Unter dem Motto "Was Opa mochte, das Oma kochte" stand die Veranstaltung am Freitag den 10. Oktober 2014, welche von der Pöresch Barbara und den Heimat- und Geschichtsfreunden Rommerz veranstaltet wurde. Zum Start dieser Veranstaltungsreihe gab es "Gähle Kalerove" mit Bauch, Dörrfleisch und Eisbein. Das Gasthaus Heurich war bis auf den letzten Platz besetzt und die Wirtin, mit weißer und gestärkter Schürze,  brachte um 18.30 Uhr die dampfenden Teller auf die Tische.

Viele Gäste endeckten sie an diesem Abend wieder, die "Gähle Kalerove", die bei einigen zukünftig sicherlich wieder auf den Speisezettel zurückfinden werden. Der so gut angefangene Abend fand mit dem Singen von Heimatliedern zu den Klängen von Schifferklavier und Gitarre kurz vor Mitternacht sein Ende.

Ein nächstes Traditionsessen unter dem gleichen Motto soll Ende November wieder stattfinden. Der genaue Termin, sowie das Gericht wird noch bekanntgegeben.

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Einladung

Was Opa mochte

das Oma kochte!

Am Freitag den 10.10. 2014 um 18.00 Uhr gibt es unter diesem Motto in Pöresch Gähle Kalerove mit Bauch, Eisbein und Dörrfleisch Alternativ: Grillhaxe mit Sauerkraut

Anmeldung und Reservierung unter 06655/2854

Es lädt ein: Pöresch Barbara und die Heimat- und Geschichtsfreunde Rommerz

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Rezept: Rommerzer Gähle Kalerove

1 gelbe Kalerove, ca. 1 KG

 1 KG Kartoffeln  2 Zwiebeln 

1 Liter Gemüsebrühe, Pfeffer und Salz 

1 KG Fleisch nach Geschmack (rohe Haxen, Bauch, Kasseler oder Kamm)

Kartoffel, Kalerove, Zwiebeln schälen und würfeln. Die Brühe mit den Gemüsewürfeln in einen Topf geben und das Fleisch oben drauf geben, das ganze ca. 1 Stunde garen. 

Das Gemüse mit einem Sieb von der Brühe trennen. Die Brühe auffangen und beim stampfen des Gemüses immer so viel Brühe dazugeben, bis das ganze einen dicken Brei ergibt. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Brot und dem gegarten Fleisch servieren.


Aus der Geschichte, der Kalerover

In Notzeiten waren Steckrüben mehrfach die letzte Nahrungsreserve für einen Großteil der Bevölkerung. In die Geschichte eingegangen ist der so genannte deutsche Steckrübenwinter während des Ersten Weltkriegs 1916/17 („Früh Kohlrübensuppe, mittags Koteletts von Kohlrüben, abends Kuchen von Kohlrüben.“). Da die Kartoffelernte im Herbst 1916 eine Missernte war, wurden Steckrüben als Ersatz herangezogen. Sie waren vorher hauptsächlich als Schweinefutter angebaut worden. Da praktisch alle Lebensmittel in Deutschland knapp waren, dienten Steckrüben als Basis für die verschiedensten Gerichte, 1917 erschienen eigens Steckrüben-Kochbücher. So gab es Rezepte für Steckrüben-Marmelade, Aufläufe, Suppen und sogar Steckrüben - Kaffee. Das Rezept lautete: „Steckrüben raspeln und im Ofen trocknen. Die getrockneten Rübenschnitzel werden dann durch eine Kaffeemühle gedreht. Wie normales Kaffeemehl behandeln

Da Steckrüben in der Bevölkerung trotz der schlechten Ernährungslage unbeliebt waren, hatte die Reichskartoffelstelle am Ende des Winters 1917 noch etwa 80 Millionen Zentner Steckrüben übrig, die nicht verteilt worden waren. Sie wurden zu Dörrgemüse und Rübenmehl weiterverarbeitet. Dieses Mehl wurde dann mit Kartoffelmehl und mit Maggi-Suppenwürfeln gemischt und als „Vollkost“ in den Handel gebracht, wobei jede Familie eine gewisse Menge abnehmen musste, um andere Lebensmittel kaufen zu können.

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Das zweite Traditionsessen "Was Opa mochte dass Oma kochte" fand am Freitag den 23.Januar 2015, zum Auftakt des Jubiläumsjahres 2015, in Pöresch statt. Diesmal kochte Barbara ein Hochzeitsessen, es gab Sauerbraten mit Kartoffelklöös und Rotkraut. Als alternative wurde "äh Sopp dee wärmt" einmal quer durch den Garten mit Fleischeinlage angeboten. Als Nachtisch spielte wieder die Musik auf.

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