1779 Gründung der Volksschule Rommerz mit einer Lehrerstelle

Wie sich überall die Schule aus kleinsten Anfängen heraus entwickelt hat, so war es ebenfalls in Rommerz.
Lehrer und Schüler litten sehr an den engen Raumverhältnissen und schulischen Einrichtungen. Die Schule
war zunächst einklassig, doch die steigende Schülerzahl und das zunehmende Interesse des Staates durch
Aufwendung von geldlichen Mitteln, ließen bald eine Besserung der schulischen Verhältnisse erkennen. Da Rommerz früher ein Bauerndorf war, waren die meisten Schulkinder Bauernkinder. Die Kinder der Arbeiterfamilien mussten sich bereits oft schon während ihrer Schulzeit selbst ernähren. Man verdingte sie daher von Ostern bis nach Weihnachten zu Bauern, um ihnen bei der Feldarbeit zu helfen oder das Vieh auf der Weide zu hüten. So schickten beispielsweise im Jahre 1893 Rommerzer Eltern 12 Kinder in Nachbarorte, darunter allein 7 nach Hauswurz.

1813 Errichtung einer zweiten Lehrerstelle 

Die Ferienordnung wurde von der Gemeinde Rommerz beantragt. Den örtlichen Verhältnissen entsprechend gab es im Jahre 1876 in Rommerz folgende Ferienordnung:

 

 

An den Patronatsfesten hatten die Kinder immer schulfrei.

 

Osterferien

13. – 18. April

Pfingstferien

7 Tage

Heuferien

2. – 17. Juli

Ernteferien

28.Juli. – 10.August

Grummetferien

6. – 15. September

Herbstferien

25.September. – 23.Oktober

Weihnachtsferien

24. Dezember – 3. Januar

 

 

 

 

Die Schule wird in Rommerz erstmals 1779 erwähnt. Als Schulhaus diente das damalige Wohnhaus des heutigen Eigentümers Adolf Gärtner ( Lene ) am Fuchsberg. Zum Schulhaus gehörte auch ein größerer Garten. Dieses Haus, das neben dem einklassigen Schulraum ein Zimmer für den Stationar (Lehrer fest verortet) enthielt, erwies sich später als zu klein.

 

 

 

 

 

Bei der steigenden Schülerzahl wurde eine zweiklassige Schule erforderlich. So entschloss sich die Gemeinde zum Neubau einer Schule, der im Jahre 1893 begonnen wurde, nachdem die Gemeinde vom damaligen Bauern Anton Ruppert neben der alten Kirche ( damals Ecke Hauswurzerstraße, Maigrabenstraße ) einen Bauplatz erworben hatte. Auf diesem Platz standen 2 Backhäuser, die zuvor abgerissen, eines davon im Hinterdorf (Severin Balzer), das andere im Vorderdorf (Staubachs), wieder aufgebaut wurden.

 

 

Die beiden roten Rechtecke, sind die Standorte der beiden Backhäuser die der neuen Schule weichen mussten.

 

 

Die Baukosten betrugen 26 000 Mark, wovon der Staat einen Zuschuss von

18 000 Mark gab. Das neue Schulhaus enthält zwei Schulsäle und Wohnungen für zwei verheiratete Lehrer. In diesem Haus befand sich im ersten Stock auch das so genannte Kaplanzimmer, solange Rommerz noch keinen eigenen Seelsorger hatte.

Am 3. November 1893 wurde das neue Schulhaus durch Dechant Enders aus Neuhof eingeweiht. Es wurden drei Schulklassen mit zwei Lehrern eingerichtet. Die alte Schule wurde an Schreiner Damian Gärtner für 3400 Mark verkauft und aus dem Erlös eine Wiese „am hohen Furth“ erworben, die der ersten Lehrstelle zugeteilt wurde. Die beiden Schulsäle konnten rund 50 Jahre die Schüler fassen.

 

Im Jahre 1928 wurde die körperliche Züchtigung an den Schulen abgeschafft.

 

 

Ab 1941 begann das Schuljahr nach den Sommerferien. Die deutsche Sütterlinschrift wurde durch Normalschrift mit lateinischen Buchstaben abgelöst und die Hauptschule nach dem 4. Schuljahr eingeführt.

 

Bei Kriegsende im April 1945 blieb die Schule geschlossen und diente als Quartier für Flüchtlinge, Soldaten, Volkssturm, Arbeitsmaiden und Flakhelfern. Am 15.10.1945 wurde auf Anordnung des Schulamtes Fulda der Unterricht wieder aufgenommen. Groß war die Freude der Eltern, Schüler und Lehrer, als nach halbjähriger Unterbrechung endlich wieder der Unterricht beginnen sollte. Die Schulräume wurden würdig geschmückt, Lieder und Gedichte eingeübt, die Eltern zur Feier Eingeladen. Ein feierlicher Gottesdienst mit Aussetzung leitete den bedeutungsvollen Tag ein. Dann füllte sich der Schulsaal mit erwartungsfrohen Kindern und deren Eltern. Schulleiter Schmitt, Pfarrer Roßmann und Bürgermeister Föller nahmen an der Feierstunde teil und wiesen in ihren Ansprachen auf die Bedeutung der Stunde hin.

 

Die Putzfrau an unserer Schule kündigte ihren Dienst auf, weil es an dem nötigen Putzzeug fehlte. Bis Ostern 1947 reinigten die älteren Schülerinnen die Klassenräume und die Jungen besorgten die Öfen. Das Schulholz wurde erst zu Weihnachten angefahren, aber es war unmöglich, damit zu heizen. Die Schüler brachten trockene Holzscheite von zu Hause mit oder tauschten sie gegen nasses Schulholz aus. Weihnachten 1946 wurden in der Schule Weihnachtsfeiern mit Bescherungen für Heimatvertriebene abgehalten.

 

Als nach 1945 die Schülerzahl 184 betrug und durch Heimatvertriebene, Flüchtlinge und Evakuierte weiter anstieg, war man gezwungen, vorübergehend eine Schulklasse im Saale des Gastwirtes August Heurich einzurichten.

 

Im Jahre 1949 begann man mit dem Erweiterungsbau, der nochmals zwei Schulsäle fasst, so dass jetzt vier Klassenräume zur Verfügung standen. Die Gesamtkosten des Anbaues beliefen sich auf 58981 DM. Diese Summe teilen sich die Gemeinde mit 27540 DM, das Land Hessen mit 23821 DM und das Arbeitsamt Fulda mit 7620 DM als Notstandsarbeit für geleistete Tagewerke.

Am 27. August 1950 fand die feierliche Einweihung der neu erbauten Schulräume statt. Die Zentralheizung und neue Toiletten Mädchen, Jungen und Lehrer wurden 1965/66 in der Schule eingebaut.



Die neue Ansicht der Schule von der Hauswurzer Straße aus, links auf dem Bild ist einer der beiden Treppenaufgänge zur alten Kirche zu sehen.

 Schule Einweihung



Ein Gedicht wurde von dem Schüler Heribert Schäfer (Hampäresch) vorgetragen.

 

Vom 18.4. – 30.11.1966 und vom 1.12. – 13.7.1967 wurden Kurzschuljahre durchgeführt. Diese Maßnahme erfolgte, um das Schuljahr wieder vom Aprilbeginn auf den Augustbeginn umzustellen, womit man sich endlich dem Schuljahresbeginn in den übrigen europäischen Ländern anpasste.

 

Im November 1968 führte Schulleiter Elmar Diegelmann die Elternspende ein. Mit dem Erlös wurden Musikinstrumente, Werkkästen sowie Experimentierkästen angeschafft. 1970 wurde die Schulhofmauer nach Einsturz neu errichtet sowie die Treppe im Schulhaus erneuert. Auch musste man wegen Platzmangel eine Klassen in die Gastwirtschaft Heurich verlegen. In den Klassenräumen wurden neue Vorhänge angebracht zwecks Verdunkelung für Film- und Lichtbilderdarstellungen.

Ab November 1971 wurden die Schüler zum Sport in die Turnhalle nach Mittelkalbach, Rückers, Eichenzell und zum Schwimmen ins Hallenbad nach Fulda gefahren.

Im Jahre 1972 wurde eine gebrauchte Schulküche von der Schule Pilgerzell für den Hauswirtschaftsunterricht installiert, welche die 1957 behelfsmäßig eingerichtete Schulküche ablöste.

 

Aus der der Fuldaer Volkszeitung

am 24. Mai 1973

 

Eine Einschneidente Änderung erfährt die Grund und Hauptschule in Rommerz im Jahre 1973. Ab dem 1. September 1973 wurde die Hauptschule in Rommerz aufgelöst, so dass hier am Ort eine Grundschule mit vier Klassen verblieb. Da es in diesem Schuljahr eine Klasse 4a und 4b gab, waren es genau genommen fünf Schulklassen die in Rommerz verblieben. Ab der 5. Klasse gehen die Kinder nun auf den „Opperzer Berg“ zur Gesamtschule Werner von Braun.

Der erste Schultag am Berg war der 3. September 1973, an diesem Tag hat die von Braun Schule 1 017 Hauptschüler in 27 Klassen und 578 Realschüler in 17 Klassen, die von insgesamt 71 Lehrkräften betreut wurden. Aus den umliegenden Gemeinden mussten insgesamt 1287 Schüler mit Bussen nach Neuhof gebracht werden, diese Schulbusse legten am Tag insgesamt 752 km zurück.


Werner von Braun Schule am Opperzer Berg

 

 

 

Dies bedeutete natürlich für die bisherige Lehrerschaft an der Rommerzer Schule große Veränderungen. Die Lehrer waren, im Schuljahr 1972/73, für das 1. Schuljahr

Frl. Meurer, 2. Schuljahr H. Michel, 3a. Schuljahr Frl. Gröpler, 3b. Schuljahr H. Michel, 4. Schuljahr Frl. Schultes, 5. Schuljahr Frl. Nüchter, 6. und 7. Schuljahr H. Frye,

8. Schuljahr H. Diegelmann, hinzu kam in 1973 Frl. Pappert.

 

Der Schulleiter Elmar Diegelmann informiert in der Konferenz am 17.8. 1973 das Kollegium über die Veränderungen. Demnach geht H.Michel an die Sonderschule nach Neuhof, Frl. Pappert an die Grundschule Neuhof (Schloßschule), H. Frye an die Gesamtschule Neuhof, Frl. Nüchter Gesamtschule Neuhof und H. Diegelmann wird Schulleiter an der Grundschule in Neuhof. In Rommerz verbleiben Frl. Meurer und Frl. Gröpler. Frl. Meurer wird in dieser Konferenz einstimmig zur ständigen Vertretung des Schulleiters der Grundschule Rommerz gewählt.

 

Zum Start der Grundschule Rommerz sind neben Frl. Meurer und Frl. Gröpler noch Frau William und H. Röhrig an der Schule tätig. Nebenberuflich erteilten an der Schule Unterricht in kath. Religion mit 5 Stunden Pfr. Sturm, in Leibeserziehung H. Ruppert vom Schulsportzentrum Fulda mit 8 Stunden und Frau Volkmar mit 2 Stunden Nadelarbeit im 3. und 4. Jg. im zweiwöchentlichen Wechsel.

 

Erwähnenswert ist noch das in diesem Jahr am 8. September 1973 um 17.00 im großen Saal Imhof ein Schulfest stattfand. Mit der Programmgestaltung waren H. Frye und H. Michel beauftragt. Parallel zum Schulfest fand eine Ausstellung der Werkarbeiten statt.

 

 

 

Heimat und Geschichtsfreunde Rommerz rem 2009

 

   
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