Sägewerk Helmut Heil 1950 bis 2009

Mitte des Jahres 1950 wurde die Firma Helmut Heil KG von Adolf Heil und seinen beiden Söhnen Helmut und Hermann Heil in Flieden gegründet. Als Werks-Gelände diente das von der Metzgerei Karl Müller aus Flieden gepachtete Grundstück neben dem Bahn-Gelände in Flieden. Mit einem neu gekauften Braun-Gatter wurde die Produktion aufgenommen. Für den Einkauf des Holzes war Helmut Heil zuständig. Im Anfang wurden hauptsächlich Buchen- und Eichen-Schwellen für die Deutsche Bundesbahn und für die Privat-Wirtschaft gefertigt. Von dem gekauften Nadel-Stammholz Kiefern und Fichten wurde Schnittholz für Möbelfabriken und Schreinereien produziert, sowie Fichten bezw. Tannen- Bauholz und Schalbretter und Kanthölzer für die Bauindustrie. Die Beschäftigten-Zahl betrug damals ca. 23 Personen. Da Schnittholz wurde durch Lastkraftwagen Transporte und per Bahn verladen.    

Da die Firma Val. Mehler AG aus Fulda Ende der 50iger Jahre das von der Firma Heil KG gepachtete Gelände gekauft hatte um hier ein Zweigwerk zu bauen, war die Firma Heil gezwungen, dass Sägewerk an einem anderen Standort neu aufzubauen.

Somit kaufte im Jahre 1961 die Firma Heil von der damals selbstständigen Gemeinde Rommerz  das Sportplatz-Gelände in der Fliedener Straße in Richtung Kellerei. Im selben Jahr wurde noch mit den Bauarbeiten begonnen. Im Jahre 1962 und zwar im April erfolgte die Inbetriebnahme und die Produktion auf dem neuen Werks-Gelände in Rommerz. Hierfür wurden auch einige neue Maschinen wie ein "STERER" Hochleistungs-Gatter, Block- und Querförderer, Doppelsäumer, Bauholzkreissägen, Portal-Kran, Abkapp-Maschinen für Rund- und Schnittholz, sowie eine Blockbandsäge und ein Horizontalgatter gekauft.

sgewerk helmut heil
Sägewerk Helmut Heil

 

gatter erwin mller
Erwin Möller am Gatter

Zur Verarbeitung im Werk Rommerz kamen zu 20% Nadel-Stammholz und zu 80% Laub-Stammholz, davon zu 80% Buchenstammholz zum Einschnitt. Bezogen wurde das Stammholz aus den Forstämtern Neuhof, Fulda, Hünfeld, Biebergemünd, Gelnhausen, Stadtverwaltung Büdingen, Waldgesellschaft der Freiheren zu Eisenbach Lauterbach, sowie verschieden private Waldgenossenschaften. Das Rundholz wurde mit einem eigenen Langholz Lastkraftwagen zum Sägewerk nach Rommerz Transportiert.

Hergestellt wurden Schnittware der Güteklasse I für Möbel- und Treppenbau. Große Mengen wurden auch für die Paletten- und Parkett- Industrie geschnitten und hergestellt. Ausgeliefert wurde die Ware größtenteils in den Westfälischen Raum, sowie in die Coburger Gegend. Auch wurde in der nahen Rhön einige Firmen mit Schnittware der Firma Helmut Heil beliefert, unter ihnen ein Palettenwerk und eine Holzwarenfabrikation. Große Einheiten gingen auch in den Export, hier hauptsächlich nach Spanien, Holland und nach England. Zu dieser Zeit waren bei Helmut Heil 17 Personen beschäftigt. Einige Jahre wurde auf dem Werksgelände eine Zimmerei, mit drei Zimmerleuten betrieben. In Westfalen hatte die Firma Heil eine Niederlassung zum Verkauf von Schnittholz. Für die Be- und Verarbeitung der Ware standen mehrere Stapler, sowie ein Radlader zur Verfügung.

Der Mitarbeiter Heribert Schäfer trat am 1. April 1952 in die Firma Helmut Heil ein und erlernte den Beruf Industrie-Kaufmann. Er war für die Büro-Arbeiten, sowie die Vermessung der Schnittware zuständig. Diese Tätigkeiten wurden von H. Schäfer 50.-Jahre ohne Unterbrechung in derselben Firma bis zu seinem Ausscheiden am 31.März 2002 ausgeführt. 

Der Sohn von Helmut Heil, Lothar Heil trat 1975 in die Firma ein, die in der Zwischenzeit in eine Vertriebsgesellschaft und von einer KG in eine GmbH umgewandelt wurde. Der Geschäftsführer Helmut Heil verstarb im November 2001. Die Produktion wurde im Jahre 2009 eingestellt, da die Kinder von Lothar Heil die Firma nicht übernahmen.

10 2011 Heribert Schäfer

   
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