Zeittafel

 

Die Zeittafel gibt uns eine Übersicht über die Entwicklung der Holzbearbeitung

von der Steinzeit bis zur Industriezeit des 20. Jarhunderts.

 

um 20000v.u.Z.   
Beil aus Rengeweih (Urbeil)
um 8000 v.u.Z. Feuersteinbeil
um 5000 v.u.Z.

Beil aus Felsgestein mit gebohrtem Öhr

Flächige Bearbeitung der Stämme zu Balken und Brettern

und Zusammenfügen dieser Bauteile zu einfachen Holzkonstrucktionen

um 4000 v.u.Z. Sägeartige Steinwerkzeuge
um 3000 v.u.Z. Säge (fuchsschwanzartig) und Beil (ohne Öhr) aus Kupfer
um 2400 v.u.Z.

Bildliche Darstellung von Holzbearbeitungswerkzeugen und

-techniken sowie damit gefertigter Erzeugnisse

um 2000 v.u.Z. Säge und Beil aus Bronze
um 1450 v.u.Z. Bronzene Schrotsägen bis 1,65m lang
um 800 v.u.Z. Älteste aufgefundene Säge aus Eisen (Schrotsäge)
um 700 v.u.Z.       
Schriftliche Hinweise zu Holzbearbeitungswerkzeugen und -techniken im Altertum
5. bis 3.Jh.v.u.Z.       

Aufkommen gespannter Sägen (Bügelsäge, Gestellsäge, Rhamensäge)

Ausprägung der Spezialisierung der Holzbearbeitungswerkzeuge und -berufe

um 350 v.u.Z.

Früste Nachricht über die Verwendung geschränkter Sägen,

hinterlassen von Theophrastus

2.Jh. v.u.Z. Erwähnung des Wasserrades als Kraftmaschine
1.Jh. v.u

Hobel in seiner heutigen Gestalt

Schmalaxt, Breitaxt und Bartaxt als spezielle Werkzeuge

für die Schnittholzherstellung

Pollio Vitruv gibt in seinem >>Buch über die Architektur<< Anleitung zur Behandlung des Holzes

um 950 Anwendung der Windmühle als Kraftmaschine
um 1000

Gestellsäge mit drehbarem Blatt

Anwendung der Nockenwelle zur Umformung der Drehbewegung des Mühlrades

in die Hubbewegung des Werkzeuges

1204 Zeitigste Erwähnung einer Sägemühle
1230 Älteste Darstellung einer Sägemaschine (wassergetriebenes Sägegatter mit Nockenwelle), gezeichnet von Villard de Honneccurt
13.- 17.Jh.

Vollendung der Arbeitsteilung und Spezialisierung der Handwerkszeuge im Holzhandwerk

Würdigung des Holzhandwerks in Handschriften, später in Ständebüchern

14.Jh. Verbreitung der Sägemühlen in West- und Südeuropa
   
Anfang 15. Jh. Frühste Belege über die Anwendung des Kurbeltriebs und des Schwungrads
1480

Älteste Darstellungen von kurbelgetriebenen Sägegattern (Venezianergatter), geschaffen von Leonardo da Vinci und Francesco di Giorgio Martini

Erste Darstellung des Klinkenvorschubs (Schiebezeug mit Schaltwerk, Seiltrieb und Blockwagen)

um 1500

Zweistelzengatter, Doppelrahmengatter und Gatter mit Oberantrieb, entworfen von Leonardo da Vinci

Sägegatter mit Schwungrad, skizziert von Leonardo da Vinci

1555 Früheste technische Beschreibung der Funktionsweise eines Sägegatters
1570 Maschinell angetriebene Winde zum Anheben der Stämme auf den Blockwagen, entworfen von Strada a´ Rossberg
1575 Frühster schriftlicher Beleg von einer Bundgattersägemühle, hinterlassen von S. V. Pighius
2. Hälfte 16 Jh.

Zahnradgetriebe am Sägegatter

Versuche, das Sägegatter von Menschenhand oder mit Tierkraft zu betreiben

1588 Erste bildhafte Drstellung mit technischer Beschreibung eines Sägegatters in einem gedruckten Buch, veröffentlicht von A. Ramelli
1594 und 1604

Erste Windmühlen, konstruiert und gebaut von Cornelisz van Uitgeest

Entwurf eines Zahnstangentriebs für den Vorschub des Gatterblockwagens

1607 Erste Darstellung eines Venezianergatters mit Getriebe, Schwungrad und maschinellem Wagenrücklauf im >> Theatrum Machinarum<< von H. Zeising
1615 Frühste bildhafte Wiedergabe eines Bundgatters, dargestellt von S. de Caus
1626 Entstehen der ersten Sägemühlen in Nordamerika Anwendung rahmenloser Sägegatter in Nordamerika
Anfamg 17.Jh.

Dokumentation und Verbreitung des Fachwissens zum Sägemühlenbau in gedruckten Büchern

Verbreitung der Paltrock- Sägemühlen in den Niederlanden

1633 Erwähnung einer Bundgattersägemühle in England
1653 Erwähnung einer Bundgattersägemühle in Schweden
um 1700

Aufbau der ersten großen Sägemühlen mit mehreren von einer Maschinenwelle angetriebenen Bundgattern

Der Zahnstangentrieb löst den Seil- und den Kettentrieb als Mechanismus zum Vorschieben des Blockwagens ab

   
1736 Anwendung des Gleiswagens zum Transport von Stämmen, Blöcken und Schnittholz in der Sägemühle
Anfang 18. Jh.

Erste wissenschaftliche Untersuchungen und Berechnungen für die Konstrucktion und den Bau von Sägegattern

Bauanleitungen mit maßstabgerechten technischen Zeichnungen für Sägemühlen und ihre Ausrüstungen

Mitte 18. Jh.

Ansätze einer zusammenhängenden Sägewerkstechnologie

Informationen über die Holzbearbeitungstechnik in wissenschaftlichen Enzyklopädien

1756 Leonhard Euler veröffentlicht seine Arbeit >>Über die Wirkungsweise der Sägen<<
1770 Erste Ablängstation zum Aufteilen der Stämme in Sägeblöcke
1777 Erster urkundlicher Nachweis der Konstruktion einer Kreissäge- Patent von S. Miller
1784 Doppeltwirkende Dampfmaschine von James Watt
1785 Chronik der Sägemühlen von J. Beckmann
1792 Erste Fabrik für Bau von Holzbearbeitungsmaschinen- errichtet in London
1793 Erstmalige Erwähnung des rotierenden Schneidemessers als Werkzeug für die Holzbearbeitung in einem Patent von S. Bentham
1802

Nutzung der Dampfkraft zum Antreiben eines Sägegatters in einer nordamerikanischen Sägemühle durch O. Evans

Erstmalige Nutzung der Dampfkraft für den Antrieb einer Holzbearbeitungsmaschine in Europa (Hobelmaschine von J. Bramah)

Anwendung des Hydraulikzylinders an einer Holzbearbeitungsmaschine

1805 M.I. Brunel konstruiert und baut die ersten funktionssicheren Ein- und Mehrblatt- Kreissägen
1806

Erste Fabrik zur Massenproduktion von Fertigerzeugnissen aus Holz (Seilkolbenfabrik in Portsmouth)

Erfindung der Furniermessermaschine durch M.I. Brunel

1808 Erster urkundlicher Nachweis über die Konstruktion einer Bandsäge- Patent von W. Newberry
1809 Inbetriebnahme der ersten dampfgetriebenen eisernen Vollgatter, konstruiert und gebaut von M.I. Brunel und H. Maudslay
1811 Verwendung angetriebener Vorschubwalzen- Patent von C. Hamond
1812- 1814 Das erste große Dampfsägewerk entsteht in England
1813

Anwendung dampfgetriebener Kräne und Winden für den Stamm- und Blocktransport

Versuche zum Bau von Schwingrahmengattern

1814 Erste Sägemaschine mit waagerecht bewegtem Sägeblatt, der Grundtyp des Horizontalgatters, wird von A. Cochot konstruiert und für die Furnierherstellung eingesetzt
   
   
1815 Pendelkreissäge, konstruiert von M.I. Brunel
1818 Furnierschälmaschine, erfunden von Faveryear
1824 Doppelwellenkreissäge, konstruiert und gebaut von G. Sayner und J. Greenwood
seit 1825 Fachartikel zur Holzbearbeitungstechnik in polytechnischen Zeitschriften und Enzyklopädien
1825 Erstes Verfahren zur technischen Trocknung des Schnittholzes, entwickelt von A. Lagton
1826 Das Zweistelzengatter wird von Calla erfunden
1827

Entwicklung des Zweistelzengatters zu der noch heute gebrächlichen Grundbauform durch Niceville

Erstmaliger Einsatz des Seitengatters durch Philippe

Erste Sägegatter in Einetagenbauweise

Anwendung der Gliederkette mit Mitnehmern als Vorschubmechanik an einer Dielenhobelmaschine durch M. Muir

1830

Beginn von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Sägewerkstechnik

Erste Sägegatter mit Oberantrieb

1832 Anwendung vertikaler Vorschubwalzen am Sägegatter durch Peyod und andere Konstrukteure
1836 Bau des ersten direkt von der Kolbenstange des Dampfzylinders angetriebenen Sägegatters von Mc Dowall
um 1840 Das Horizontalgatter wird im Sägewerk eingesetzt
1842 Inbetriebnahme des mit Borsig- Sägegattern ausgerüsteten Dampfsägewerkes >>Wilhelmsmühle<< in Liepe
um 1850

Praktische Anwendung des kontinuierlichen Blockvorschubs am Vollgatter

Erste Sägenschärfmaschine

Stauchen der Sägezähne mit dem von Hauff entwickelten Setzmeißel

seit 1850 Verbreitete Anwendung des Doppelschnittverfahrens
1852 Erste funktionsfähige Bandsägemaschinen, konstruiert und gebaut von Perin
1854 Die >>Russowmühle<< in Lauenburg wird mit direkt angetriebenen Schwartzkopff- Sägegattern ausgerüstet
1855 Wanknutsäge von Highfield und Harrison eingesetzt
1857

Schutzvorrichtung für Kreissägen von R.A. Broomann vorgestellt

Erste Versuche mit einer Mehrblatt- Bandsäge von W. Exall

1858 Inbetriebnahme des ersten Konvektionstrockners für Schnittholz in England
   
   
1859 Vollgatter mit horizontalen Vorschubwalzen und zweigeteiltem Blockwagen- Patent von S. Worssam und Young
1860

Erste Versuche mit der Trennbandsäge

Anwendung der Wasserturbine für den Antrieb von Sägewerkmaschinen

Leistungsmessungen und Berechnungen an Sägegattern zur konstruktiven Vervollkommnung der Maschine (J.B. Schneider, W.Kankelwitz)

seit 1862 Die ersten speziell der Holzbearbeitungstechnik gewidmeten Fachbücher erscheinen
1862

Einsatz transportabler Vollgatter von Frey und Cochot

Mechanische Sägeblatt- Schränkvorrichtung von Plagnol entwickelt

Blockbandsäge von Bernier und Arbey entworfen

Kreissägeblätter bis 2,20m Durchmesser von H. Bessemer hergestellt

1865 Historische Betrachtung der Holzbearbeitungstechnik von M. Rühlmann
um 1870

Zweiblatt- Kreissäge mit mechanisch verstellbaren Sägeblättern (Prototyp des Doppelsäumers)

Anwendung der Späneabsaugung im Sägewerk durch Gayland

Anwendung des Kettenförderers und des Krans für den Rundholztransport

1875

Anwendung des Rollenförderers für den Transport von Schnittholz

Entwicklung der maschinellen Walzenhebung am Vollgatter

1878

Vorführung einer voll funktionsfähigen Blockbandsäge auf der Weltausstellung in Paris

Sägezahnstauchmaschine von Fay erfunden

Sägenschärfmaschine mit maschinellem Blattvorschub- Patent von Martinier

um 1900 Elektromotoren werden für den Einzelantrieb von Holzbearbeitungsmaschinen eingesetzt
1900 Bau von Sägegattern, Kreissägen und Bandsägen, die die wesentlichen Merkmale der Gegenwart zeigen
   
 

aus dem Buch: "Vom Steinbeil zum Sägegatter", Finsterbusch Edgar und Werner Thiele

1.Auflage Leipzig: Fachbuchverlag 1987

   
   
 

mb Beitrag wird fortgesetzt

 

 


 

Holzbearbeitung in Rommerz

 

 

Vor- und Frühgeschichte

Für eine dauerhafte Besiedlung des Kemmetetals, in der Vor- und Frühgeschichte, fehlen bislang Funde und Belge. Dennoch gibt es zwei Funde, die zumindest die Anwesenheit von Menschen der Jungsteinzeit belegen. So wurde im Sommer des Jahres 1951 im Uferbereich der Kemmete eine jungsteinzeitliche Steinaxt gefunden, vermutlich wenig oberhalb (also flussaufwärts) der Brücke (gemeint ist wohl die Straßenbrücke über die Kemmete). Nach den angaben und Daten des Vonderau Museums in Fulda, liegt der Fundort im Umfeld des Jahnsbörnne (Föllesch-Born). Hier könnten sich auch jungsteinzeitliche Menschen in der Nähe einer Quelle niedergelassen haben. Der Fund wird beschrieben, als beschädigte Steinaxt aus grünlichem Felsgestein mit konischer Durchbohrung        L. 12,5 cm, Br 4,7 cm, St. 5,3 cm, Dm. der Durchbohrung 2,5 bzw. 2,6 cm (Taf. 4,3). Er wird im Vonderau Museum in Fulda in einem Glasschrank  unter der Bezeichnung: Rommerz "An der Kemel" Einzelfund, Steinaxt, Neolithikum gezeigt. Solch ein Werkzeug mit dem entsprechenden Holzstiel, diente bei der Holzbearbeitung als Spaltwerkzeug.(siehe Bild 1)

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Bild 1

Ein zweiter Fund dessen genauer Fundort nicht bezeichnet ist, stellt eine Pfeilspitze mit konkaver Basis aus grauweißem Feuerstein da. Die Spitze ist abgebrochen L. noch 2,5 cm, Br. 2,0 cm, St.0,45 cm (Taf.8,28). Nachweis Museumsinventar, Vonderau Museum Fulda, wird zur Zeit nicht ausgestellt.

 

 

Mühlen

Schon früh im Mittelalter dürften sich die ersten Müllern mit ihren Mühlen an dem Wasser der Kemmete angesiedelt haben.

Ein Fund in Fulda in der Langenbrückenstraße belegt, dass sich dort einst eine Mühle schon im 9. Jahrhundert befunden hat.

Der Fund wird im Vonderau Museum in Fulda gezeigt.(siehe Bild 2 und 3)

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Bild 2                                          Bild 3

Wie wir aus einer alten Urkunde erfahren, hat bereits im Jahre 1502, ein gewisser Hans Jahnen (gemeint ist wohl die Engelsmühle) ein Erblehen von Abt Johann über eine Mühle zu Rommerz nebst Ländereien und Ellern in der Wüstung Langenau ober Flieden empfangen.

In einer alten Güterbeschreibung des Amtes Neuhof von 1560 werden einige Namen von Müllern übermittelt.

Ein Hans Fleischawer hat eine Mühle am Ochsenrein gelegen, Claus Kilians Kinder (Mittelmühle) haben einen halben Mühlenanteil, Henn Möller in der Hornnßmuln hat den anderen halben Anteil, Henn Weber (Moller), ist Erbe, Henn Jahn hat ein Moln zum Rommerts.

Die Amtsrechnung von Neuhof für das Jahr 1562 gibt folgende Müller an:Peter und Margred Kilians Kind (Mittelmühle), Hans Fleischer (Ochsenmühle), Henn Jahn (Engelmühle).

Ob sich eine Sägemühle oder ein Hammerwerk zu dieser Zeit im Ort befunden hat, ist bisher nicht bekannt.

Erst mit anlegen der Salbücher von 1712 erfahren wir mehr über die Rommerzer Müllern.

So steht geschrieben, dass Georg Nüchter die Engelmühle betreibt und Stophel Halbleib die Mittelmühle.

Claus Weber wird auf der Ochsenmühle genannt. Eine weitere Mühle ist nicht offiziell verzeichnet, auch nicht welcher Bauart die Mühlen ursprünglich waren.

Durch nachträgliche Einträge (im Salbuch), wohl aus dem 19. Jh., wird die Mittelmühle als eine oberschlächtige Mahl- und Walkmühle mit einem Schlaggang, und die Ochsenmühle mit einem oberschlächtigen Mahl- und Schlaggang bezeichnet.

Bei der Beschreibung der Wege und Pfade innerorts erfahren wir aus dem Salbuch (1712), dass eine Quelle in Caspar Gärtners Mühlgraben steht. Dieser Caspar Gärtner ist Besitzer des Trittishofes. Dort wurden im Jahre 1954 bei Ausschachtungsarbeiten für ein neues Wohnhaus die Reste einer alten Wassermühle gefunden. Es handelt sich dabei um Teile eines alten Mühlrades. Seit 1739 stand daselbst das inzwischen abgebrochene baufällige Bauernhaus des Besitzers Raimund Möller. Am Flössee, Hs. Nr.3.(heute am Brunnenweg 3). Dies spricht alles dafür, dass sich einst auf dem Lehnsgut eine kleine Mühle befand. Nicht weit vom Hof lag der Pferdsbronn.

Johann Heinrich Maul stellt im jahre 1737 einen Antrag bei der Fürstlichen Regierung zu Fulda, auf die Konsession eines Mühlenbaus (Bobelsmühle) in Rommerz.

Im 19. Jahrhundert wurde die an der Hauswurzer Straße liegende Schlagmühle, in der Öl geschlagen wurde, in Betrieb genommen.

 

Eine Bestandsaufnahme von Th.H.-D. Scholz (1995) für den Landkreis Fulda, gibt uns weiteren Aufschluss, über den Betrieb von Mühlen in der Gemarkung von Rommerz.

 

Die Schlagmühle liegt ungefähr 600 m westlich von Rommerz entfernt. Das zum Betrieb erforderliche Wasser wurde der Kemmete entnommen. Der Antrieb des Werkes erfolgte durch ein oberschlächtiges Wasserrad von 4,00 m Durchmesser sowie 0,70 m Breite und mit einer nutzbaren Kraft von ungefähr 5 - 6 PS. Die Schlagmühle war von 1870 - 1890 eine Öl-, dann eine Mahlmühle. Das Mahlwerk ist 1954 ausgebaut worden. An der Ableitungsstelle lag bis 1947 ein festes Wehr. Das Niederschlagsgebiet beträgt für die Anlage 29,9 qkm.Der Betriebsgraben ist 1.079 m lang gewesen; er wurde vollständig verfüllt. Die Schlagmühle wird seit etwa 1947 nicht mehr betrieben. Das Wasserrecht ist erloschen, weil der Berechtigte 1957 im Rahmen eines Flurbereinigungsverfahrens auf es verzichtet hat.

Quelle: Wasserbuchakte des Regierungspräsidiums Kassel -38/1 WNr.61 Fulda; Mühlenaufnahme; Umfrage 1985, Eigentümer: Leopold Bessler (1957)

 

Die Ochsenmühle liegt westlich von Rommerz. Das zum Betrieb erforderliche Wasser wurde der Kemmete entnommen. Der Antrieb des Werkes erfolgte bis 1940 durch ein oberschlächtiges Wasserrad von 2,65 m Durchmesser. Der Höhenunterschied hat 2,85 m betragen. Dises Wasserrad ist 1951 gegen eine Turbiene ausgetauscht worden, deren nutzbare Kraft ungefähr 6,4 PS = 4,8 kW betragen hat. Betrieben wurde eine Mahlmühle. An der Ableitungsstelle liegt ein Überfallwehr mit einer Staubohle. Das Niederschlagsgebiet beträgt für die Anlage 31,3 qkm. Der Betriebsobergraben ist wie der -untergraben jeweils 150 m lang; der Obergraben ist verfüllt worden. Die Ochsenmühle wird seit 31. Dez. 1970 nicht mehr betrieben. Das Wasserrecht ist erloschen, weil der Berechtigte 1971 auf es verzichtet hat.

Quelle: Wasserbuchakte des Reg.- Präs. Kassel -38/1 WNr. 19 Fulda; Erhebung 1958; Umfrage 1985, TK 25 5523 Neuhof, Eigentümer: Anna und Josef Krah, Haupstraße 45, (6404) 36119 Neuhof Rommerz.

Für die Mittelmühle in Rommerz wurde das zum Betrieb erforderliche Wasser der Kemmete entnommen. Der Antrieb des Werkes erfolgt durch ein oberschlächtiges Wasserrad. Betrieben wurde eine Mahl-, früher auch eine Ölmühle. Die nutzbare Kraft hat 5 - 6 PS betragen. Die Mittelmühle wird seit 1934 nicht mehr betrieben; die Anlagen sind seit 1938 nicht mehr vorhanden; das Wehr fehlt, der Betriebsgraben wurde vollständig verfüllt. Da das Wasserrecht nach dem Preußischen Wassergesetz vom 7. April 1913 nicht angemeldet wurde, ist es am 1. Mai 1929 kraft Gesetz erloschen.

Quelle: Verzeichnis der Wasserläufe II. Ordnung in der Provinz Hessen- Nassau vom 4. Dez. 1914 - II. Künstliche Wasserläufe, lfd. Nr. 901; Mühlenaufnahme; Reg.- Präs. Kassel -38/1 -79 b 06.45- Umfrage 1985; TK 25 5523 Neuhof; Eigentümer: Rudolf Rennert, Hauswurzer Straße 5, 36119 Neuhof- Rommerz 

Für die südlich von Rommerz liegende Engelsmühle wurde das zum Betrieb erforderliche Wasser der Kemmete entnommen. Der Antrieb des Werkes erfolgte durch ein oberschlächtiges Wasserrad. Betrieben wurde eine Mahlmühle. Die nutzbare Kraft hat 5 - 6 PS betragen. Die Engelsmühle wird seit 1892, laut Mitteilung der Gemeindeverwaltung im Jahre 1985 seit 1917, nicht mehr betrieben. Das Mühlengebäude wurde 1920/22 zum Wohnhaus umgebaut, die übrigen Anlagen 1938 beseitigt. Das Wasserrecht wurde nach dem Preußischen Wassergesetz vom 7. April 1913 nicht angemeldet, es ist deshalb am 1. Mai 1929 kraft Gesetz erloschen.

Quelle: Verzeichnis der Wasserläufe II. Ordnung in der Provinz Hessen Nassau vom 4. Dez. 1914 -II. Künstliche Wasserläufe, lfd. Nr. 902; Mühlenaufnahme. TK 25 5523 Neuhof; Eigentümer: Adolf Kollmann, Forststraße 2, 36119 Neuhof- Rommerz

Die Bobelsmühle liegt am Ortsausgang von Rommerz. Das zum Betrieb erforderliche Wasser wurde der Kemmete entnommen. Der Antrieb des Werkes erfolgte durch zwei mittelschlächtige Wasserräder von 4,70 m bzw. 4,75 m Durchmesser sowie 0,54 m bzw. 0,50 m Breite und mit einer nutzbaren Kraft von ungefähr 5,5 PS = 4,0 kW. Der Höhenunterschied hat 1,66 m betragen. Ein Rad wurde nach 1917 demontiert. An der Ableitestelle liegt ein aus Bruchsteinmauerwerk hergestelltes Wehr. Das Niederschlagsgebiet beträgt für die Anlage 33,2 qkm. Der Betriebsobergraben ist rund 100 m und der -untergraben 80 m lang. Die Bobelsmühle wird laut "Umfrage 1985" seit 1976 nicht mehr betrieben.

Quelle Wasserbuchakte des Reg.- Präs. Kassel -38/1 WNr. Fulda-Haune Alc/344; Umfrage 1985; TK25 5523 Neuhof 35 41 560,55 90 470  Eigentümer: Wilmar Jökel, Mühlenstraße. 26 36119 Neuhof- Rommerz

Das Hochwasserrückhaltebecken Rommerz ist im Rahmen der Hochwasserabflußregelung im Fuldagebiet geplant gewesen und sollte die Kemmete speichern. Es war auf halben Wege zwischen Rommerz und Hauswurz geplant. Das Becken sollte einen Stauinhalt von 4,6 Mio. cbm und eine Staufläche von 49 ha haben. Nach dem Preisindex von 1972 waren zum Bau 25 Mio. DM veranschlagt. Diesem Speicherbecken wäre nur örtliche Bedeutung zugekommen. Aus finaziellen Gründen wurde 1979 die Gründung des Wasserverbandes "Obere und mittlere Fulda" zurückgestellt. Damit wurde auch der Bau dieses geplanten Hochwasserrückhaltebeckens - von insgesamt 23 - hinnfällig. Unter Umständen hätte in seinem Sperrbauwerk eine Wasserkraftanlage eingebaut werden können.

Quelle: Genereller Entwurf über die Hochwasserabflußregelung im oberen und mittleren Fuldagebiet, Koblenz 1972; Hess. Minister für Landesentwicklung, Umwelt, Landwirtschaft und Forsten v. 21.06.1979 - V-71-02 374/79-

 

 

Holzbearbeitung durch Zimmerleute

Von Bedeutung für die Holzbearbeitung ist ein Eintrag im Salbuch von 1712, dort findet sich bei der Beschreibung der Hutgerechtigkeit ein Hinweis, dass eine "Zimmerblatte" (Zimmerplatz) unterhalb des Trombergs sei. Dieser Platz dürfte wohl der heutige Bismarkplatz und frühere Scheuerplatz sein, er befindet sich noch auf Rommerzer Gemarkung und liegt am Fliedner- Holzweg.

In manchen gegenden des Vogelsberges wurden die Zimmerleute als "Schemerleute" bezeichnet, so findet mann in Hainzell eine alte Inschrift am Bürgerhaus (ehemals Gasthaus zur Post): 1617 HAT ADEM HOFMANN AVFGERICHT DISEN BAV VND HAT GOT VND DEN MVERN (Maurern) VND SCHEMER LVDEN (Zimmerleuten) WOL VERTRAW AMEN. Die Inschift wurde leider zugeputzt.

Auch gibt es in Deutschland Regionen wo man die Zimmerleute als sogenannte "Scheuerleute" bezeichnete.

Scheuerleute, weil sie sich Scheuern (Unterstände) bauten, um vor Sonne und Regen geschützt zu arbeiten.

Vielleicht auch daher der Name "Scheuerplatz".

Auf einem Zimmerplatz wurden zu dieser Zeit die Baumstämme von den Zimmermännern bearbeitet. Diese nutzten Schrotsägen und Zimmermannsbeilen um das Rundholz zu vierkantigen Balken und Brettern zu formen. Die verwendeten Hölzer waren meist aus Eiche, Kiefer, und Lärche. Das Fichtenholz wie es heute verwendet wird, war eher selten. Dieses war in den umliegenden Wäldern kaum verbreitet. Die ersten Fichten dürften mit der Aufforstung der Fliedener Tannen um das Jahr 1613 gepflanzt worden sein. Ein alter Forstbildstock (Harengelkreuz) im Schwebenerweg berichtet über diese Aufforstung. Er stand ursprünglich weiter südlich am Magdloserweg (eingezeichnet in der Katasterkarte Rommerz Traktus Nr.1 aus dem Jahr 1724, wird im hessischem Staatsarchiv in Marburg aufbewahrt).

Inschrift Bildstock: Johan Friedrich Abbt zu Fült war Als Capar Moritz von Wechmar Gepflanztet hat diese Tannen dar im sechzehen hundert drei zeheden Jar.

 

Begriffserklärung aus dem Mittelhessischen Flurnamenbuch

Zimmer

Zu ahd. zimber, Marterie, Bau, Gelände, Werkzeug', mhd. zimber, zimmer st.N.M. ,Bauholz, Gebäude'. Als Zimmerplatz, frühnhd. zimmerplatz wurden am Waldrand angelegte Flächen bezeichnet, auf denen Bauholz geschnitten und bearbeitet wird. - In Weitershain liegt wegen des Flexions-/s/ eher der FamN Zimmer vor. Ziemlich unklar ist die in Langsdorf schon relativ früh belegte Erweiterung der Zimmerhard durch <man>. Statt, Wald mit Bauholz' ist eine Umdeutung möglich, der mdh. ziemer st. M. ,Krammetsvogel' (Turdus pilaris) zu Grunde liegt, so dass der Wald ursprünglich nach dem Vorkommen (und dem Fang) solcher Drosseln benannt ist.

 

Platte

Zuahd. platta in der Bedeutung ,Steinplatte', mhd. blatte, platte sw. F. ,Fels-, Steinplatte', einer Entlehnung aus mittellat. plat(t)a ,ebene Fläche'. Namensgebend waren ebene oder erhöhte Flächen, baumlose Kuppen und Berghänge sowie breite Felsplatten. Vereinzelt kann es sich auch um kahle Stellen im Wald handeln, die wohl der Köhlerei dienten.

 

Die erste urkundlich genannte Sägemühle

Aus einer alten Akte im Staatsarchiv Marburg erfahren wir, dass im Jahr 1737 ein Johann Heinrich Maul aus Rommerz (Bowelsmühle) einen Antrag bei "Ihrer Hochfürstlichen Gnaden" über eine Konsession eines Mühlbaues stellt. Dies wird ihm auch später bestätigt. Von Intresse ist der Antrag eines seiner Nachfolger auf der Mühle.

So stellt der Müller Valentin Maul in der "Brettermühle" bei Rommerz, im Jahr 1827 einen Antrag bei der Kurfürstlichen Regierung der Provinz Fulda, einen Mahlgang einrichten zu dürfen. Hier haben wir den ersten Beleg für Rommerz, dass eine Sägemühle, wahrscheinlich  seit 1742 vorhanden war.

 

 

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